Gott – nur ein Hirnprodukt?
Sonntag, 3. Juli 2011
Zeit und Ort:
19.30 Uhr, Technische Universität Chemnitz, Straße der Nationen 62, “Altes Heizhaus” (im Innenhof des Uni-Hauptgebäudes), 09107 Chemnitz
Gott – nur ein „Hirnprodukt“? Neurobiologie, religiöses Erleben und Religionskritik
Durch neue bildgebende Verfahren können die physiologischen Prozesse, die bei seelisch-geistigen Vorgängen im Gehirn ablaufen, beobachtet werden. Deshalb behaupten viele Hirnforscher, diese Vorgänge seien alle hinreichend auf der neurophysiologischen Ebene zu erklären. Man fordert ein neues, rein neurowissenschaftlich begründetes Menschenbild, das die gängigen Vorstellungen von Seele, Geist, Person und Freiheit radikal in Frage stellt und zu einer neuen, biologisch begründeten Form der Religionskritik führt. Religiöse Erlebnisse und Vorstellungen sollen nur „Hirnprodukte“ und Bewusstseinsphänomene sein, denen keine „Wirklichkeit“ außerhalb des Gehirns entspräche. Der Vortrag setzt sich kritisch mit dieser neuen Form einer neurowissenschaftlichen Religionskritik auseinander und zeigt die Grenzen und die Bedeutung der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse für ein Verstehen subjektiven Erlebens, insbesondere des religiösen Erlebens auf.
Ulrich Eibach, Dr. theol., geboren 1942; verheiratet, 2 Kinder; Studium und Staatsexamen in Biologie, Philosophie und Ev. Theologie in Wuppertal, Heidelberg und Bonn; 1973 Promotion; 1975-1980 Wissenschaftlicher Assistent für Systematische Theologie und Sozialethik an der Universität Bonn; 1981-2007 Pfarrer am Universitätsklinikum Bonn-Venusberg und Beauftragter der „Ev. Kirche im Rheinland“ für Fortbildung und Fragen der Ethik in Biologie und Medizin; 1991 Habilitation in Bonn; 1997 apl. Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Universität Bonn, Mitglied der „Akademie für Ethik in der Medizin“ und der „Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie“. Schwerpunkte wissenschaftlicher Tätigkeit: Naturwissenschaften und Theologie; Bioethik und medizinische Ethik. Zahlreiche Veröffentlichungen, vor allem zur Medizin- und Bioethik und zum Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaften; zuletzt: Gott im Gehirn. Ich – eine Illusion, (2006), 3.Aufl. 2010.

