Reformation und schulische Bildung. Regionale Erkundungen zu einem umstrittenen Verhältnis

Datum/Zeit
Date(s) - 08/11/2017
19:30 - 22:00

Veranstaltungsort
TU Chemnitz, Altes Heizhaus

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Es gibt Texte, die man bereits verstanden zu haben glaubt, wenn man noch nicht viel mehr als ihre Überschrift gelesen hat. Zu den „Klassikern“ dieses Genres gehört Martin Luthers Schrift an die ‚Ratsherren aller Städte deutschen Lands, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen‘. Der Titel, wie elliptisch er auch von den Nicht-Lesern der Schrift erinnert wird, bringt die Begriffe „Luther“, „Ratsherren“ und „Schulen aufrichten“ in eine griffige Linie, die dann dahingehend zusammengefasst werden kann, dass es vor Luthers Schrift keine christlichen Schulen in den Städten gegeben habe. Über Jahrhunderte hat gerade im mitteldeutschen Raum niemanden interessiert, wie wenig dieses Halbwissen mit der vorreformatorischen Schul-Wirklichkeit in Einklang zu bringen ist. Obwohl auch dieser Vortrag zum Abtakt der Luther-Dekade nicht die überfällige Veränderung der Vorurteilslage herbeiführen kann, wird er sich doch alle Mühe geben, das Schulwesen des Spätmittelalters im Übergang zum reformatorischen Schulwesen in den Kernlanden der Reformation anhand von Material, das seit über 15 Jahren gesammelt wurde, so genau wie möglich nachzuzeichnen. Das wird nicht ganz ohne eine leidenschaftliche Auseinandersetzung auch mit neuester Forschung vor sich gehen können ….

 

Professor Dr. Christoph Fasbender, Studium der Germanistik und evangelischen Theologie in Göttingen, Promotion und Habilitation in Jena, seit 2009 Inhaber der Professur für Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der TU Chemnitz, Ordentliches Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind die regionale Literaturgeschichte, Mittelalter-Rezeption und die Bildungsgeschichte der Vormoderne.

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